Spätestens seit Patrick Süßkinds Buch “Das Parfum” wissen wir, dass Körper(eigen)geruch etwas Natürliches ist. Dieser Individualgeruch wird allerdings durch Stoffwechselprozesse, Hormonschwankungen, die Ernährung sowie Medikamente mit beeinflusst. Wenn vor allem der Hormonschweiß zur Belastung wird, müssen wir Maßnahmen für uns und unsere Umwelt ergreifen. Statt der üblichen Chemiekeule gibt es durchaus natürliche Methoden zur Regulation von Schweiß und Geruch. Diese sind zwar weniger bequem, können jedoch den Körper sanft und nachhaltiger unterstützen.
Wie Schweiß entsteht
Unser Körper besitzt – individuell – zwischen 2 bis 5 Millionen Schweißdrüsen. Sie sind – bis auf Lippen und Eichel – überall auf der Haut zu finden. Bei körperlicher Anstrengung, intensivem Sport oder hohen Temperaturen sondern die ekkrinen Drüsen Schweiß ab, der überwiegend aus Wasser mit Elektrolyten besteht. Durch seine Verdunstung trägt der Schweiß maßgeblich zur Kühlung des Körpers bei.
Hormonschweiß ist in seiner Zusammensetzung anders als “normaler” Schweiß. Er wird von den apokrinen Schweißdrüsen gebildet, die sich vor allem an behaarten Stellen (Kopf, Achselhöhlen, Intimbereich) sowie an den Füßen befinden. Sie produzieren fettreichen Schweiß. Dieser riecht zunächst neutral.
Die im Hormonschweiß enthaltenen Proteine und Lipide bieten unseren Hautbakterien ideales Futter, als Dank dafür liefern diese über ihre Stoffwechselendprodukte uns dann den “unangenehmen” Geruch.
Kommen Stress und emotionale Belastung hinzu, kann die Produktion von Hormonschweiß zusätzlich steigen, denn das Nervensystem ist direkt mit den Schweißdrüsen verbunden. Insbesondere in Übergangsphasen des Frau Seins (Pubertät, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren) und während der Mensblutung zeigen die Drüsen eine verstärkte Aktivität.
Stressreduktion als natürlicher Weg zu weniger Schwitzen
Stress und innere Unruhe können das Schwitzen verstärken und den Geruch intensivieren. In diesem Fall heißt es: Stressreduktion, um das Nervensystem zu beruhigen und die Schweißbildung zu regulieren.
Ein bewußterer Umgang mit Alltagsstress und genügend Schlaf tragen dazu bei, dass sich unser Körper in Balance befindet und weniger unangenehmen Geruch produziert.
Was du isst beeinflusst deinen Körpergeruch.
Wer sich vornehmlich von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln, Industriezucker und tierischen Produkte ernährt, riecht anders als diejenige, die eine basenreiche Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, Nüssen und Samen bevorzugt.
Über den Basenüberschuss kann der Körper besser entsäuern und Toxine effizienter ausleiten: besonders grüne Lebensmittel wie Weizengras, Spirulina und Blattgemüse unterstützen die natürliche Entgiftung durch ihren hohen Gehalt an Chlorophyll.
Apfelessig kann unterstützen, indem er den pH-Wert des Körpers sanft reguliert: Die kleine Routine, morgens ein Glas Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig zu trinken fördert die Entgiftung und kann so helfen, unangenehme Körpergerüche zu reduzieren.
Die Haut als größtes Entgiftungsorgan unseres Körpers
Wo die Entgiftungsleistung des Körpers über Nieren, Leber und Darm nicht optimal funktioniert, kompensiert unsere Haut verstärkt über den Schweiß, was zu intensiverem Geruch führen kann. Daher ist es wichtig, auch die Entgiftungsorgane des Körpers zu unterstützen, um den Körper von innen heraus zu reinigen und so den Schweißgeruch zu reduzieren.
“Natürliche” Körperpflege
Eine natürliche Alternative zu den herkömmlichen Deodorants aus dem Supermarkt ist zum Beispiel Kaisernatron, denn es ist in der Lage, die Bakterien zu neutralisieren. Ebenso hilft eine Apfelessig-Waschung dabei, geruchsbildende Keime zu reduzieren.
Der Nachteil in unserem schnelllebigen 21. Jahrhundert ist allerdings, dass solche Maßnahme mehr Zeit brauchen als einfach flächendeckend in Deo zu “baden” und – wir überdecken damit den Geruch, ohne das Übel an der Wurzel zu packen und nehmen damit in Kauf, dass wir weiterhin unangenehm riechen.
TFM im Einsatz
Insbesondere Teenies sowie Frauen in den Wechseljahren klagen über strengen Hormonschweißgeruch. Die TFM kann hier über das Hormonschema sowie das Stoffwechsel-Schema Unterstützung bieten. Im Zentrum steht bei beiden Schemata die Leber. Eine zertifizierte TFM-Therapeutin berät hier gerne, führt die Anwendungen durch und gibt gerne auch in einem Zweiercoaching (z.B. für die Mutter der betroffenen jungen Frau oder den Partner der menopausalen Frau) Anleitung für Laienanwendungen, die dann bequem zuhause durchgeführt werden können.
TFM Eigenanwendungen
Für Laien super geeignet ist die Anwendung des I. Prinzips (*), in diesem Zusammenhang tatsächlich unser eingebauter Fächer: Wenn Du alle Finger deiner Hand, inklusive des Daumens, aneinander legst, entsteht in deinem Handteller eine kleine Vertiefung. Diese Handposition wird als “Cupping” bezeichnet. Wenn du nun an einem Startpunkt A beginnst, berührungsfrei und den Handteller zirka 2-3 cm über dem schwitzenden Areal zum Endpunkt B zu führen, kannst du das, was in der TFM und im Creative Healing als “Life Force” bezeichnet wird, bewegen. Beginne immer wieder bei A und streiche hin zu B – so entsteht ein kühlender Hauch.
Ebenso einfach wie hilfreich sind die “Punkte bei Schwitzen” (*). Sie befinden sich auf dem Kopf und werden sanft akupressiert.
Spreize zum Auffinden der beiden Punkte deine ausgestreckten Finger alle ab und positioniere nun den Handballen an deinen Haaransatz. Wenn sich Deine Hand jetzt an den Kopf anschmiegt, landen Zeige- und Ringfingerspitze in den besagten Punkten bei Schwitzen. Tausche nun den Ringfinger der einen Hand mit dem Zeigefinger deiner anderen Hand und übe leichten Druck auf diese beiden Punkte aus.
(*) Bebilderte Beschreibungen sowie weitere Laien-Anwendungen findest du im Buch “Creative Healing für die ganze Familie”.
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